Dienstag, 15. April 2014

Einmal quer durch Wien

Hallo Leute!

Lange habe ich nichts mehr zu Sehenswertem in meiner Wahlheimat geschrieben. Das lag wohl auch ein bisschen an meiner Faulheit, das Wetter war eben nicht so extrem toll. Jetzt habe ich mich aber mal wieder zu ein paar kleinen Touren aufgerafft...

Donaukanalradweg
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Lage
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Der Donaukanalradweg (oder besser die Radroute) führt vom Freudenauer Hafen immer am rechten Ufer des Kanals entlang flussaufwärts bis zur Schleuße in Nussdorf. Für die Auswertigen: der Donaukanal ist ein Arm der Donau, der in einer Schleife den 2. und 20. Bezirk gemeinsam mit dem Hauptarm einschließt. Er war bis zur Donauregulierung soweit ich weiß sogar der Hauptarm.




Verlauf
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Von Simmering aus kommend durchquert man erst Teile des Hafens Freudenau entlang von Containern. Bis zur Stadionbrücke verläuft der Radweg entlang einer Autobahn, wobei man sicher abgetrennt fährt. auf der rechten Seite hat man das grüne Flussufer.

Ab Stadionbrücke geht es entlang der Erdberger Lände zur Rotundenbrücke, vorbei an der von Hundertwasser gestalteten Weißgerber Lände bis zur Urania, wo man den Wienfluss passiert. Dort, vorbei am Schwedenplatz kommt man an zahlreichen Bars und Cafes vorbei, die im Sommer immer sehr gut besucht sind, darunter unter anderem die Strandbar Hermann. Danach wird es wieder etwas ruhiger an der Roßauer Lände sieht man in der Ferne schon die ebenfalls von Hundertwasser gestaltete Müllverbrennungsanlage Spittelau. Auch hier sind noch einige Cafes. Schließlich gelangt man zur Nussdorfer Schleuße. Hier hat man einen tollen Blick auf die Weinberge des Kahlenbergs.


Länge
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Der Donaukanalradweg ist ca. 17 km lang und bietet so gut wie keine Steigungen. Man ist außerdem Ampelfrei, da man die Brücken immer unter dem Verkehr passieren kann.


Beschilderung
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Die Beschilderung ist erstklassig. Man hat unzählige Einstiegsstellen, die so gut wie überall deutlichst gekennzeichnet sind. Über insgesamt 22 Brücken kann man die Uferseite wechseln und es bieten sich zahlreiche Extratouren an - zum Karlsplatz, in den Prater, zum Gasometer etc.


Fazit
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Ich mag den Donaukanalradweg, nicht nur, weil er wirklich leicht zu fahren ist. Der Teer ist in erstklassigem Zustand, es sind meist neben anderen Radfahrern nur Fussgänger unterwegs (Inline Skater werden durch kurze Kopfsteinflasterpassagen abgeschreckt). Dennoch ist bei gutem Wetter am Kanal wie überall in Wien wahnsinnig viel los, besonders zwischen Urania und Spittelau, so dass man ständig auf der Hut sein muss vor unachtsamen Fussgängern oder Hunden. Ich hatte da aber bisher keine größeren Probleme. Zu sportlich sollte man allerdings nicht fahren.

Die Tour hat einiges zu bieten. Schon am Anfang kann man etwa zum Zentralfriedhof abbiegen oder zum Schloss Neugebäude abbiegen, später zum Gasometer oder zum Ernst-Happelstadion, zum Karlsplatz usw. Alle Sehenswürdigkeiten werden deutlich ausgeschildert.

Aber auch direkt am Kanal gibts einiges zu gucken. Neben der Urania, die man direkt passiert, kommt man an den ganzen Bars am Kanal vorbei, kann sich am Schwedenplatz in einem der bekanntesten Eissalons einen Eisbecher gönnen und sich die uralter Rupprechtskirche anschauen. Ab der Rotundenbrücke kann man sich außerdem die unzähligen kreativen (und wenn nicht gar erwünscht zumindest geduldeten) Grafitys anschauen. Hier herrscht meiner Meinung nach gerade im Sommer immer eine besonders tolle Atmosphäre, die zwar vielleicht nicht unbedingt zu einem Radrennen einlädt, sondern vielmehr zum verweilen, Freunde treffen und kreativ sein. Ich sitze hier im Sommer oft mit einem Buch in der Sonne, einfach weil es so toll ist.

Fährt man dann weiter bis zum Ende des Kanals, passiert man das wirklich beeindruckende Spittelauer Müllverbrennungskraftwerk mit seinen riesigen goldenen Kugeln und spätestens ab der Schleuße hat man die riesige Stadt wieder hinter sich und steht direkt vor den Weinbergen am Kahlenberg.

Der Weg bietet für mich einen perfekten Querschnitt durch Wien und zeigt es mit all seinen Facetten. Von der kreativen Metropole über die Industrieanlagen in Simmering, von den Bars am Schwedenplatz bis zu den Weinbergen am Kahlenberg ist alles dabei.

Mein Tipp: Erst ab Stadionbrücke einsteigen, da hat man dann die Autobahn nicht neben sich.

Von mir gibt es klare 5 Sterne.

Übrigens für die angehenden Wientouris: man kann sich eine Stunde gratis Fahrräder leihen bei den Verleihstationen von citybikewien.at. Da muss man sich allerdings vorher anmelden. Nur so als Tipp, wenn man eine kleine Radtour durch die City wagen will...

In diesem Sinne

Eure Anke