Montag, 5. Mai 2014

Another f***ing Wienführer

Hallo Leute!

Heute darf ich euch mal wieder einen Wienführer vorstellen... Gääääääääähn, nicht noch einer, denken sicher viele. Zu Recht vielleicht. Ich habe schon über unzählige Wien-Bücher geschrieben, einigen habe ich auch 5 Sterne gegeben, aber dieser hier ist das amüsanteste, was ich zu diesem Thema je gelesen habe...

Der Wiener takes it all
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Daten
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Autor: Clemens Heipl
Verlag: Metro
ISBN: 978-3-399300-163-6
Preis: 19,90€


Inhalt
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Schon in seinem Vorwort beschreibt der Autor sein Gefühl, einen Wienführer zu schreiben... Ursprünglich wollte er ihn "Der 2056te Wienführer" nennen...

In seinen Kapiteln geht er jeweils auf bestimmte Themen ein. Die Wahl ist dabei recht spannend - von den gängigen Themen wie Mariahilferstraße bis zu echten Geheimtipps wie das Schutzhaus Wasserwiese ist alles dabei. Auch werden gerade die "gängigen" Tourithemen auf besonders witzige Art und Weise auseinandergenommen. Beispielsweise stellt sich der Autor die Frage, warum man als Tourist auf die Mariahilferstraße zu H&M geht, obwohl H&M doch eigentlich überall das gleiche verkauft.

Thematisch ist das ganze eine absolut perfekte Mischung aus Sachen, die man wohl auch im Marco Polo findet und echte "Insider Tipps", die selbst ich nach 2 Jahren in Wien noch nicht kenne.


Fazit
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Das Buch hat mir eine sehr amüsante Zugfahrt von Wien zum Schneeberg und zurück beschert. Zwar halten mich die Nachbarn im Zug jetzt für bekloppt, weil ich so sehr gelacht habe, aber das ist ja egal...

Der Titel "Schonungsloser Wien-Führer" ist absolut zutreffend. Zwar schweift der Autor thematisch auch schonmal ein kleines bisschen ab, aber das auf durchaus charmante Art und Weise. Aber es ist auch kein traditioneller Reiseführer, der glücklicherweise auch bestimmte Sachen schonmal auseinandernimmt. Es gibt echte Erfahrungen und kein Verkaufen bestimmter Sehenswürdigkeiten. Köstlich fand ich zum Beispiel das Kapitel über die neue Mariahilferstraße, die quasi kaputtmodernisiert wird, wo sich allerdings auch schon vorher drum geschert hat, wo man um die Straße läuft.

Der Schreibstil ist auch äußerst amüsant. Das Buch ist eben nicht in einer staubtrockenen Reiseführersprache verfasst. Er schweift immer mal wieder ab und macht humoristische Exkurse, die meiner Meinung nach zum Schreien komisch sind. Und er fängt damit den Charakter der Wiener perfekt ein.

Das Buch ist vielleicht nicht unbedingt was für Wien-Neulinge, die wegen den Opernkarten übers Wochenende nach Wien fahren, sondern mehr für Leute, die Wien von einer ganz anderen Seite kennenlernen wollen, für Leute, die sich eben auch schon über die Mottenkugeln im Naturistorischen Museums gewundert haben. Oder für Leute, die wie ich schon mal an einem Wintersamstag vorm Haus des Meeres umgedreht sind, weil der Trubel zu groß war. Und auch für Leute, die auch mal versteckte Ecken von Wien entdecken wollen. Für Leute, die eben auch mal ein Restaurant außerhalb der inneren Bezirke suchen.

Das Buch ist nicht "Another f***ing Wienführer" sondern gerade für Leute, die Wien schon ein bisschen zu kennen glauben das beste, was sie finden werden.

In diesem Sinne

Eure Anke

Ich bin absolut begeistert!

In diesem Sinne

Eure Anke