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Samstag, 18. Juni 2016

{Neubau - Museumsquartier - Moderne Kunst} #MumokMorning



Hallo Leute!

Ein Museum mal ganz für sich haben? Klingt fast wie im Traum. Gut, dafür um 8.15 vor der Tür zu stehen dann wohl eher weniger. Trotzdem habe ich die Einladung von Instagramers of Vienna genutzt und war mit einer kleinen Gruppe beim #Mumokmorning.


Mumok
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Lage
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Das MUMOK ist gemeinsam mit dem Leopoldmuseum das Zentrum des Wiener Museumsquartiers in den alten Hofreitställen im 7. Bezirk unweit der Hofburg. Entsprechend gut ist auch die Anbindung - etwa mit der U2 Museumsquartier oder Volkstheater und mit der U3 Volkstheater.

Das Mumok liegt im Haupthof und ist das vom Haupteingang aus rechte der beiden Neubauten, die umgeben sind von den alten Prunkställen.


Eintrittspreise, Öffnungszeiten
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Außergewöhnlich für Museen: es ist täglich geöffnet.

Montag: 14:00–19:00
Dienstag bis Sonntag: 10:00–19:00
Donnerstag: 10:00–21:00


Der Eintritt kostet für Erwachsene 11€, Kinder unter 19 Jahre sind wie in vielen Wiener Museen frei - Rabatte möchte ich hier nicht anführen - näheres findet ihr unter mumok.at


Geschichte
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Das "Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien" - oder kurz MuMoK (MUseum MOderner Kunst) entstand als 20er Haus im Schweizergarten im Jahr 1962. Dort wurde damals der Pavillion der Weltausstellung in Brüssel recycled und als Museum für Gegenwartskunst.

1977 wurde eine umfassende Ausstellung der Werke der Aachner Kunstsammler Irene und Peter Ludwig vorbereitet. Danach waren beide bereit, zahlreiche Stücke als Dauerleihgabe in Wien zu belassen. Daraufhin wurde aber die kleine Halle zu klein und mit dem Palais Liechtenstein wurde ein weiteres Museumsgebäude angemietet.

An ihrem heutigen Platz ist die Sammlung seit dem Umbau des Museumsquartiers im Jahr 2001 - dort kann auf 4 Hauptebenen und zahlreichen Zwischenebenen die Sammlung in wechselnden Ausstellungen bewundert werden - wobei meist eine Ausstellung aus eigenen Beständen stammt, die andere Ausstellung aus Leihgaben.


Ausstellungen
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Nun, da die Ausstellungen ständig wechseln, ist es natürlich schwierig hier etwas zu schreiben. Aus dem eigenen Fundus wird momentan die Ausstellung Wir Wegbereiter gezeigt, die die Anfänge des Mumok unter dem Direktor Werner Hoffmann gezeigt - unter anderem Werke von Picasso.

Zum Fundus der mehr als 9000 Werke gehört aber nicht nur Picasso, sondern auch so klangvolle Namen wie Beuys, Christo oder Niki de Saint Phalle - klangvolle Namen, die nicht nur dem Kunstkenner etwas sagen.


Fazit
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Nun, ich mag ja Museen wirklich gerne - aber moderne Kunst wollte bisher noch nie so richtig an mich ran. Aber vielleicht lag es am beinahe leeren Museum oder auch am sehr futuristischen Gebäude mit den 4 ultraschnellen Aufzügen - aber ich habe mich im MuMoK auf anhieb wohlgefühlt - vielelicht auch, weil die "Wir Wegbereiter" Ausstellung auch einiges über die lange Geschichte des Museums erzählt hat und nicht nur die Werke zusammenhangslos an die Wand gehängt hat. Oder aber es lag an der netten Führung früh morgens um 8.

Ich werde sicherlich mal wieder vorbeischauen, wenn es mal wieder eine spannende Ausstellung gibt.

Von mir gibt es für das Museum klare 5 Sterne - immerhin das erste mal, dass ich aus einem derartigen Museum komme und kein einziges mal "Das könnte ich auch malen" gesagt habe.

In diesem Sinne

Eure Anke

Dienstag, 3. Mai 2016

{Hietzing - Wien - Kaiser} Wohnen wie bei Kaisers

Hallo Leute!

Wenn man an Wien denkt, denken viele an die wohl berühmteste Kaiserin, die spätestens seit den romantischen Filmen bekannt ist - Elisabeth oder kurz Sisi. Allerdings war das Leben von Sisi nicht so glücklich, wie Romy Schneider es uns glauben machen wollte. In Wien fühlte sie sich nie wohl.

Da ihr Gatte Franz Josef es ihr so angenehm wie möglich machen wollte, ließ er ihr eine Villa bauen, etwas abseits des Trubels am Hofe im Lainzer Tiergarten.


Hermesvilla
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Lage
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Da die Hermesvilla sehr weit außerhalb liegt, wird sie wohl kaum ein Tourist jemals dorthin kommen. Die Fahrt dorthin dauert etwas. Zum Beispiel kann man mit der U4 nach Hietzing und von dort mit diversen Bussen und Straßenbahnen zur Hermesstraße und von dort mit der 55A zum Lainzer Tor. Von da sind es noch etwa 15 Minuten Fussmarsch.

Die Villa liegt mitten im ehemaligen Jagdgebiet des Kaisers, im Lainzer Tiergarten. Auf dem Weg kommt man an den Wildgehegen vorbei, wo unter anderem Auerochsen und anderes Wild gehalten wird.


Öffnungszeiten, Eintrittspreise
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Zunächst einmal ein Tipp. Das Museum gehört zum Wien Museum, das jeden ersten Sonntag im Monat freien Eintritt bietet. Wir waren an einem Sonntag dort und der Betrieb war nicht so dramatisch, wie man es vielleicht erwarten könnte.

Geöffnet ist zu folgenden Zeiten:
Palmsonntag bis 1. November:
Dienstag bis Sonntag und Feiertag,
10 bis 18 Uhr
Die Hermesvilla schließt 30 Min. vor Torsperre des Lainzer Tiergartens, spätestens jedoch um 18h.
Eingeschränkte Öffnungszeiten im Herbst/Winter.

Erwachsene zahlen normalerweise 7€ Eintritt, ermäßigt sind es 5€, Kinder bis zum Alter von 19 Jahren haben freien Eintritt.


Geschichte
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Franz Josef ließ die Villa nach Plänen von Karl Freiherr von Hasenauer 1882 bis 1886 als privaten Wohnsitz für die Kaiserin errichten. Benannt wurde sie nach einer von Elisabeth in Auftrag gegebenen Hermesstatue von Ernst Herter, die im Garten aufgestellt werden sollte.

Zum Gebäude gehörten die Stallungen der Pferde der Kaiserin, die eine leidenschaftliche Reiterin war.

Das Gebäude selbst wurde innen von den bekanntesten Malern ihrer Zeit ausgemalt, darunter Gustav Klimt oder Hans Markart. Von ihm stammen die Entwürfe zu den Malerein im Schlafzimmer der Kaiserin, die aus der Lieblingsgeschichte der Kaiserin stammen - dem Sommernachtstraum von Shakespeare.


Ausstellung
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Die Ausstellung beschränkt sich auf das erste Stockwerk der Villa, im Erdgeschoss ist ein Restaurant.

Nach den Weltkriegen war die Einrichtung in alle Winde verstreut. Heute wurde vieles rekonstruiert. Am meisten ist noch im Schlafzimmer der Kaiserin erhalten, darunter ein barockes Prunkbett, düster und mit schwarzen Federn  geschmückt. Es stammte noch aus der Zeit Maria Theresias. Davor liegt auch das Turnzimmer der Körperbewussten Kaiserin, in dem Wandmalereien erhalten sind.

Interessant war auch das Arbeitszimmer von Franz Josef, in dem neben einem großen Gemälde Sisis auch ein Bild seiner Geliebten Katharina Schratt hing, die auch mehrfach in der Villa zu Besuch war.

Im Schlafzimmer des Kaisers fand sich ein spannendes Detail - ein Paravent, auf dem ein paar Privataufnahmen von Elisabeth und den Kindern zu sehen waren - es war dann doch eine fast ganz normale Familie.


Fazit
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Nun, wenn ich ehrlich bin habe ich schon beeindruckendere Schlösser für weniger Geld gesehen. Ich denke, gerade der Eintrittspreis von 7€ in Kombination mit der abgeschiedenen Lage halten sicherlich viele Wanderer von einem kurzen Besuch ab. Und ich muss sagen, bis auf ein paar Einblicke in die doch recht düstere Seele der Kaiserin war ich auch wenig beeindruckend.

Das Museum ist wohl eher was für absolut echte Sisi-Fans, das Schlafzimmer der Kaiserin sieht schon spannend aus, ich könnte in dem Bett jedenfalls nicht schlafen. Aber es gibt eben doch einige andere Orte, die weniger kompliziert zu erreichen sind und die spannender sind.

In diesem Sinne

Eure Anke



Mittwoch, 30. März 2016

{Josefstadt, Museum, Volkskunde} Das Chaos-Museum

Hallo Leute!

Volkskundemuseen kennt wohl jedes Kind - es gibt sie überall und sie beschäftigen sich mit den unterschiedlichsten Völkern. Und das Wiener Volkskundemuseum beschäftigt sich mit einem kleinen, wilden Bergvölkchen genannt Österreichern.


Volkskundemuseum Wien
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Lage
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Das Museum liegt im kleinsten der Wiener Bezirke, in der Josefsstadt, im 8. Bezirk nahe der Alserstraße in der Laudongasse - bestens mit der Tram Linie 5 oder dem Bus Linie 13A zu erreichen.


Öffnungszeiten, Eintrittspreise, Kontakt
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Öffnungszeiten:

Dienstag - Sonntag 10-17 Uhr
Montag geschlossen
außer an Feiertagen
24. und 31. Dezember 10-15 Uhr

Schließtage:
1. Jänner, Ostersonntag,
1. Mai, 1. November,
25. Dezember


Eintrittspreise:

wir hatten mal wieder mit der Niederösterreichcard freien Eintritt (1x pro Jahr)

Eintritt € 8

SeniorInnen, Ö1 Club Mitglieder, Josefstadt Card, u.a. € 6

Studierende und Lehrlinge (19 bis 27 Jahre), Arbeitslose € 4

Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 19. Lebensjahr,
KulturpassinhaberInnen, Mitglieder des  Vereins für Volkskunde
Mitglieder von ICOM und Museumsbund Österreich Inhaber der NÖ Card
und der Erste Bank Card FREI

Jahreskarte € 22

Familienkarte € 15

Wien Karte € 6

Gruppentarif ab 10 Personen, Eintritt pro Person € 5

(ab 11 Personen hat der Gruppenleiter freien Eintritt)

Führungstarif pro Person € 4

Gruppenpauschale für Führungen unter 10 Personen € 40


Kontakt:

Österreichisches Museum
für Volkskunde
Laudongasse 15-19, 1080 Wien

T: +43 1 406 89 05
F: +43 1 408 53 42
E: office@volkskundemuseum.at
W: www.volkskundemuseum.at


Ausstellung
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Die Ausstellung gliedert sich in eine Dauerausstellung (Erdgeschoss) und einer Sonderausstellung (Obergeschoss). Die Sonderausstellung wechselt etwa alle 3 Monate. Derzeit ist das eine spannende und außergewöhnliche Ausstellung zum Thema Flucht und Vertreibung nach Ende des Zweiten Weltkrieges. Hier werden mit Beamern unterschiedliche Interviews an die Wände projiziert, man kann sich setzen und den alten Menschen (Vertriebenen wie Verbliebenen) zuhören. Mich hat das bewegt, da meine Großeltern zwar nicht nach Österreich sondern nach Deutschland vertrieben wurden. Viele Geschichten haben mich sehr an die Berichte meiner Großeltern erinnert.

Die Ausstellung im Untergeschoss beschäftigt sich mit dem Österreichischen Brauchtum, beschäftigt sich aber zu geschätzt 50% mit kunstvoll bemalten Möbeln. Sogar eine komplette Bauernstube wurde rekonstruiert. Eine Sonderausstellung, die in die Dauerausstellung integriert wurde, beschäftigt sich mit den Möbeln von Anna und Sigmund Freud, die teils sogar aus Wien nach England transferiert wurden, weil sie vor allem Anna das Gefühl von Heimat gab,

Die Ausstellung an sich wirkt auf mich nicht nur unspektakulär, sondern auch relativ chaotisch konzipiert - manche Möbel verdeckten andere komplett oder Erklärungen dazu, so dass man sich förmlich durch die Bauernschränke hindurchschieben musste. Auch der Weg, den man durch die Ausstellung nehmen soll, schien nicht so recht klar, ich jedenfalls sah Teile mehrmals, andere Teile nur einmal, irgendwie wirkte das Ganze etwas Labyrinthartig.

Ein relativ günstiges Cafe gibt es auch noch, das haben wir allerdings nicht genutzt.


Fazit
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Das Positive zu erst: Die Sonderausstellung im Obergeschoss des schönen, alten Gebäudes, ist bewegend und außergewöhnlich. Ich hätte den alten Leuten Stundenlang zuhören können. Sie erzählen aus der Zeit vor, während und nach dem Krieg - eine Generation, die ihre Geschichte nicht mehr allzu lange erzählen kann - wirklich interessant.

Das Negative: Die Dauerausstellung ist mir nicht durch irgendwelche hochinteressanten Stücke in Erinnerung geblieben, sondern viel mehr dadurch, dass sie mehr als zugestellt wurde - als Besucher verliert man hier leicht den Überblick - und irgendwie zusammenhangslos wurde dann die Freud-Ausstellung eingebunden, bei Erklärungstafeln musste man gelegentlich raten, zu welchem Stück sie denn nun gehören.

Ich komme nur wieder, wenn eine spannende Sonderausstellung ist - die Dauerausstellung ist eher schwach.

In diesem Sinne

Eure Anke

Montag, 7. März 2016

{Alsergrund - Ungewöhnliche Orte - Museum} Hier tanzten einst die Narren

Hallo Leute!

Wien ist seit jeher eine Medizinstadt - nicht erst, seit die riesigen Bauten des neuen AKH die Stadt dominieren. Besonders Kaiser Joseph II. tat sich hier hervor - unter anderem ließ er die erste Psychatrie Europas bauen. Die war im sogenannten Narrenturm untergebracht...

Pathologisch-anatomische Sammlung im Narrenturm
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Lage
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Der Narrenturm ist in der Spitalgasse im 9. Gemeindebezirk Alsergrund. Wohl am einfachsten gelangt man mit der Tram 5 oder 33 (Station Sensengasse) dorthin - von dort sind es noch etwa 300 m zu Fuß. Aber Achtung, der Turm liegt etwas versteckt in einem Hof - von der Spitalgasse geht man einen kleinen Pfad hinauf und sieht den Turm erst oben.


Öffnungszeiten, Eintrittspreise
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Mo.     Geschlossen    
Di.     Geschlossen    
Mi.     10:00 - 18:00    
Do.     10:00 - 13:00    
Fr.     Geschlossen    
Sa.     10:00 - 13:00    
So.     Geschlossen    

Der Eintritt in die Sammlung im Erdgeschoss beträgt 2€, die wesentlich spannendere Schausammlung kann man ausschließlich mit Führung besichtigen. Die Führungen beginnen zu jeder vollen Stunde und kosten 6€. Durchgeführt werden sie von jungen, durchaus motiviert wirkenden Medizinstudenten. Der junge Mann, der uns führte, tat das mit einer wirklich ehrlich wirkenden Begeisterung.


Geschichte
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Das Gebäude wurde 1784 unter Kaiser Joseph II. als erstes Krankenhaus für psychische Erkrankungen der Welt errichtet. Zu damaligen Zeiten wurden psychische Erkrankungen nicht als Erkrankungen anerkannt, die Erkrankten zum Teil sogar auf Jahrmärkten ausgestellt.

Der Narrenturm wurde als Rundbau von Josef Gerl errichtet und auf dem Dach war das sogenannte Oktogon als Wohnung für Joseph II. errichtet worden (was allerdings später aufgrund des maroden Unterbaus abgerissen werden musste).

Schon 10 Jahre nach Fertigstellung galt der Bau allerdings schon als überholt und wurde nur bis 1866 mit Patienten belegt - bis zu 280 Patienten hatten hier Platz, wobei im Obergeschoss die schweren Fälle, im Erdgeschoss die eher leichten Fälle behandelt wurden. Witzigerweise versuchten die Bürger damals, an der Fassade hinaufzuklettern, um aus Schaulust die schweren Fälle zu sehen, weshalb man irgendwann den unteren Teil der Fassade verputzt. Spuren davon sieht man noch (siehe Foto).


Ausstellung
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Mit 50000 Exponaten beherbergt der Narrenturm die größte pathologisch-anatomische Sammlung der Welt - natürlich kann man sich bei der einstündigen Führung nicht alles anschauen. Die Sammlung befindet sich seit 1971 im Narrenturm, geht aber schon auf das Jahr 1796 zurück und wurde von Kaiser Franz II. (I.) gegründet.

Die eigentlich spannenden Präparate sind nur mit fachkundiger Führung zugänglich, was aufgrund der Fülle der Ausstellung auch meiner Meinung nach wichtig ist, denn nicht jedes Präparat wird ausführlich erläutert.

Die Ausstellung an sich ist nichts für schwache Nerven, man sieht zahlreiche Präparate, die als Wachsabgüsse von echten Erkrankungen erstellt wurden - darunter schwerste Hautkrankheiten, Pestbeulen und ähnliches. Allerdings werden auch echte Schädel etwa von Mord- und Unfallopfern ausgestellt - etwa einem Mann, dessen Kumpel 8x ihm mit dem Eispickel auf den Schädel geschlagen hat oder auch ein Schädel eines Mannes, der einen Huftritt abbekommen hat. Auch werden fehlgebildete Föten gezeigt, darunter Skelette von siamesischen Zwillingen, in Alkohol eingelegte Zyklopen und ähnliche "Schwebewesen".

Sehr spannend fand ich den Schädel eines Patienten mit einer Stoffwechselerkrankung, bei dem zu viel Knochen gebildet wird. Die Schädeldecke war etwa daumendick. Spannend war auch die Lunge eines Tuberkulosepatienten, die Spuren einer Therapieform aufweist, bei der man versuchte, entstehende Löcher mit Wachs auszugießen, was natürlich nicht geklappt hat.

Durch die Ausstellung im Erdgeschoss kann man alleine gehen. Hier sieht man zunächst einiges zum Thema "Ansteckung". Auch hier sieht man wieder einige Modellagen von verschiedenen Hauterkrankungen. In weiteren Zellen sieht man z.B. eine alte Zahnarztpraxis und ein Alchemistenlabor. Unter anderen sieht man hier auch einen echten, doch recht großen Bezoar.


Fazit
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Ich hatte mir einen Gang in den Narrenturm schon sicher seit 2 Jahren vorgenommen - und am Samstag hat es endlich geklappt. Und ich muss sagen, ich bin schwer beeindruckt.

Schon das Gebäude an sich ist ungemein spannend mit den vielen kleinen Zellen und dem engen Rundgang - jede der Krankenzimmer hatte ein Fenster, durch das Tageslicht fiel und durch das man ins Grüne schaun konnte - da ist man ja fast schon pfleglich umgegangen mit den Geisteskranken.

Die Sammlung ist sicherlich nicht jedermanns Sache. Wer vor allem bei Hauterkrankungen ein bisschen empfindlich ist, sollte sich den Gang wohl eher nicht antun, wer aber medizinisch und medizingeschichtlich interessiert ist, wird sich im Narrenturm wie im Paradies fühlen - ich jedenfalls fand es großartig. Wir haben dort einen sehr lehrreichen Samstag Vormittag verbracht.

In diesem Sinne

Eure Anke

PS: Wer Fotos von innen erwartet, den muss ich leider enttäuschen. Die Präparate gehen ja größtenteils auf schwere Erkrankungen zurück, zum Teil sind echte Leichen und Leichenteile im Spiel - Fotografieren ist dort daher strengstens verboten!

Dienstag, 1. März 2016

{Innere Stadt - Museum} Feuer und Flamme für Wien

Hallo Leute!

Die Wiener Berufsfeuerwehr ist wohl eine der ältesten in Europa. Bereits nach der Türkenbelagerung 1683 wurde sie gegründet und kann daher auf eine mehr als 300jährige Geschichte zurückblicken. Einen Einblick in die Geschichte bieten sie im Märkleinschen Haus Am Hof Nr. 7


Feuerwehrmuseum
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Lage
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Das Museum liegt direkt neben der ersten Hoffeuerwache Am Hof im Ersten Wiener Gemeindebezirk.


Öffnungszeiten
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Eintrittspreise werden deshalb nicht erwähnt weil - die gute Nachricht - der Eintritt ist frei.

Allerdings kann man sich bei freiem Eintritt natürlich kein Personal leisten. Das Museum wird von Freiwilligen betrieben und ist ausschließlich Sonntags von 9 bis 12 Uhr geöffnet.



Ausstellung
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Die Ausstellung verteilt sich über 8 Räume im ersten Stock des Märkleinschen Palais. Sie wurde 2010 völlig rekonstruiert und neu gestaltet.

Ein wichtiger Tip: Smartphone und Kopfhörer nicht vergessen. Man kann sich nämlich gratis über die hearonymus App den Audioguide herunterladen. Das ist wichtig, da man mit ausführlichen Beschreibungen etwas geizig ist.

Schon der Eingang ist beeindruckend. An der Stiege sieht man eine große Wand, die die unterschiedlichsten Feuerwehreinsätze seit dem Zusammenbruch der Reichsbrücke in den 70ern zeigt. Dazu gehört ein Vorfall mit einem Amokpanzer oder auch ein Pferd im Pool - alles Momente, in denen die Feuerwehr hilft.

Die Ausstellung an sich zeigt die Geschichte der Wiener Berufsfeuerwehr. Unter anderem hat man die berühmte Türmerstube auf dem Stephansdom, von der aus die Feuerwehr noch nach dem Krieg Wien auf Feuer überwachte.

Außerdem werden Entwicklungen anhand von kleinen Fahrzeugmodellen, Helmen und Uniformen gezeigt. Ausrüstungsteile zeigen zum Beispiel, was genau der Notnagel ist.

Eindrucksvolles Zentrum der Ausstellung bieten zwei Gemälde der wohl größten und opferreichsten Brände in Wien - zum einem dem Brand der Rotunde und dem Brand des Ringtheaters.

Das Gebäude an sich mit seinen eindrucksvollen Stuckdecken und Kronleuchtern stammt aus dem 17. Jahrhundert und bietet der Ausstellung einen sehr eindrucksvollen Rahmen. Es wirkt dank des Lichthofes sehr angenehm hell.


Fazit
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Wie so oft, ist das Museum nur was für echte Fans - also Leute, die sich sehr für Geschichte interessieren oder eben für die Feuerwehr. Im Vergleich zum Deutschen Feuerwehrmuseum in Fulda werden zum Beispiel leider keine Originalfahrzeuge gezeigt (die stehen in Floridsdorf, also etwas weiter weg).

Die Ausstellung erschließt sich auch nur mit Audioguide so wirklich, was ich schade finde, denn ein paar Erklärungstafeln wären schon nett, zumal viele dann mit dem Smartphone (ohne Kopfhörer) rumlaufen, weshalb das ganze etwas chaotisch ist.

An sich ist es sehr schön gestaltet und baut logisch aufeinander auf. Es zeigt die alten Brandmeldeanlagen der Stadt und wunderschöne Miniaturen von den Fahrzeugen - übrigens ist die Wiener Feuerwehr bis zum Zweiten Weltkrieg ganz ökologisch auf Elektrofahrzeugen unterwegs.

Das Museum ist wirklich schön.

Von mir gibt es 4 Sterne.

In diesem Sinne

Eure Anke

Dienstag, 23. Februar 2016

{Innere Stadt - Wien - Museum} Die Habsburger und ihr Museum

Venus von Willendorf
Hallo Leute!

Ich liebe ja all diese Naturhistorischen Museen. Okay, es ist ein bisschen gruselig mit all den toten Tieren, aber als studierte Biologin sieht man vielleicht mehr die Faszination... Nein im Ernst, ich fand es schon großartig, als ich im Kindergarten in Frankfurt durchs Senckenbergmuseum gelaufen bin...

Und so gehört auch das Naturhistorische Museum in Wien zu meinen Lieblingsmuseen, weil es eine gelungene Kombination aus der Sammlung der Habsburger (teils noch in uralten Vitrinen) und einer schönen, modernen Sammlung bietet...


Naturhistorisches Museum Wien
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Lage
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Das NhM ist eines der weltberühmten Zwillingsmuseen am Maria-Theresien-Platz, die Kaiser Franz Josef damals mit dem Bau der Ringstraße errichten ließ. Die Museen liegen am Burgring, direkt gegenüber dem Tor zur Hofburg. Wenn man dort steht und auf die Museen schaut, liegt das Kunsthistorische Museum links, das Naturhistorische rechts. Gut zu erkennen ist das NhM am kleinen Elefanten, der vor der Türe steht.


Öffnungszeiten und Eintrittspreise
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Öffnungszeiten:

Täglich außer Dienstag 9-18:30 Uhr
Mittwoch 9-21 Uhr

Gigantische Freitreppe


Eintritt:

Erwachsene: 10€
Kinder unter 19 Jahre: frei
Senioren, mit Wien-Karte, Gruppen: 8€
Studenten, Zivildienstleistende, Wehrdienstleistende bis 27 Jahre: 5€




Geschichte
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Die Sammlung geht auf den Mann der berühmten Maria Theresia zurück. Kaiser Franz Stephan kaufte die zu dem Zeitpunkt größte Naturaliensammlung mit 30000 Objekten in Florenz an.

Mit verschiedenen Expeditionen (u.a. nach Brasilien und in die Karibik) wuchs die Sammlung immer weiter an, wodurch sie in der Hofburg nicht mehr ausreichend Platz fand. Daher entschloss sich Franz Josef mit der Schleifung der Stadtmauer ein Naturhistorisches Museum zu errichten, das 1889 eröffnet wurde.

Das Gebäude wurde von Karl Hasenauer und Gottfried Semper geplant und errichtet und bietet ein Spiegelbild zum Kunsthistorischen Museum, in dem die Kunstsammlung der Habsburger präsentiert wurde.

Das Naturhistorische Museum (rechts) - Das Kunsthistorische Museum (links) und in der Mitte Maria Theresia

Vitrinen in der Prähistorischen Abteilung
Abteilungen
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Im oberen Geschoss sind im wesentlichen die Zoologischen Sammlungen, die aus unterschiedliche Expedizionen zurückgehen - ein besonderer Fokus liegt dabei auf einer Vogelsammlung, etwa ein Adlerpärchen, das Kronprinz Rudolf selbst geschossen hat. Dazu kommt eine gigantische Sammlung an Reptilien und Säugetieren mit Skelettrekonstruktionen, eine riesige Sammlung von Insekten und Krustentieren.

Unten findet man zum Beispiel die Prähistorische Sammlung. Bekannteste Exponate hier sind die Venus von Willendorf und Fanny vom Galgenberg, zwei der ältesten Darstellungen eines Menschen - über 30000 Jahre alt.

Dazu kommt eine mineralogische Sammlung und eine paläontologische Sammlung mit einem riesigen Sauriersaal, eins der Exponate bewegt sich sogar (was mich in einen leichten Schock versetzt hat).

Eine weitere Abteilung beschäftigt sich mit der Erhaltung der Karstsysteme, eine mit Ökologie - sogar die Dauerausstellung ist so riesig, dass man sie kaum zusammenfassen kann. Dazu kommen regelmäßige Sonderausstellungen, im vorigen Jahr hatte man sogar ein Mammutbaby, das im ewigen Eis gefunden wurde - derzeit läuft Erde 3.0 - eine spannende Ausstellung über die Erdgeschichte.




Ein Kuriosum ist für mich ein kleiner Hund, der im Zwischengeschoss auf der Treppe gezeigt wird - klein und unscheinbar, aber er war mal der Schosshund der Kaiserin Maria Theresia.
Schosshündchen



Fazit
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Ich liebe das Naturhistorische Museum. Schon wenn man in die Kuppelhalle tritt, fühlt man sich ein bisschen wie der Kaiser, der die große Freitreppe nach oben steigt, über den roten Teppich mit den Fresken.

Gerade die Zoologische Sammlung führt einen in alte Zeiten zurück mit den Vitrinen aus Holz und Bleiglas, die zum Teil wohl tatsächlich noch auf die Entstehung des Museums zurückgehen, genauso wie die meisten der Tiere (darunter schon teils ausgestorbene Arten) auf Expeditionen des Kaiserhauses zurückgehen - etwas, was in der Art heute wohl gar nicht mehr entstehen könnte.

Gleichzeitig aber hat man auch eine äußerst moderne Ausstellung. Die Anthropologische Sammlung etwa wurde erst kürzlich modernisiert. Hier findet man etwa iPads und 3D-Fräsungen von verschiedenen prähistorischen Menschen, die man so leicht vergleichen kann und ein digitales Planetarium (Filme kosten allerdings 5€ extra).

In diesem Museum kann man Tage verbringen - vielleicht habe ich mir genau deshalb eine Jahreskarte zugelegt.

Tipp übrigens: Das Restaurant ist extrem teuer, man sollte sich überlegen, ob man sich besser was zu Essen mitnimmt.

Für mich gehört das NhM zu den absoluten Highlights in Wien.

In diesem Sinne

Eure Anke

Donnerstag, 19. November 2015

{Innere Stadt - Museum} Große Literatur

Hallo Leute!

Wien hat ganz besondere Museen - ein Bestattungsmuseum, ein Museum für Schwangerschaftsabbruch und Verhütung und eines der neuesten Juwelen in der Wiener Museumslandschaft ist das Literaturmuseum der Nationalbibliothek...

Literaturmuseum
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Lage
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Das Museum liegt in der Johannesgasse im Ersten Bezirk, unweit der Kärntner Straße - entsprechend sind die U-Bahn bzw. Tram-Stationen Karlsplatz, Oper und Stephansplatz in guter Laufweite. Auch der Schwarzenbergplatz ist nicht weit weg. U-Bahnen kann man beispielsweise eigentlich alle nehmen (außer die U6). Besser erreichbar geht also kaum!

Zudem ist das Haus in einem für das literarische Österreich historischen Gebäude untergebracht, im sogenannten Grillparzer-Haus, in dem der österreichische Autor und Direktor des k. u k Hofkammerarchivs arbeite. Sein Arbeitszimmer ist im 2. Stock Teil der Ausstellung.


Öffnungszeiten, Eintrittspreise
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Das reguläre Ticket kostet 7€, Kinder sind bis zum Alter von 19 Jahren frei. Wir hatten allerdings unsere Niederösterreichcard, daher ebenfalls freien Eintritt. Es gibt noch ein Kombiticket mit den anderen Museen der Österreichischen Nationalbibliothek, das kostet 15€ und beinhaltet dann das Globenmuseum, das Esperantomuseum, den Prunksaal, das Literaturmuseum und das Papyrusmuseum und ist für eine Woche gültig.

Geöffnet ist Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr, Donnerstags sogar bis 21 Uhr.


Die Ausstellung
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Die Ausstellung erstreckt sich über 2 Etagen. Am Eingang bekommt man ein Tablet mit Kopfhörern. Mit dem kann man zwischen einer 90 Minütigen Führung und den Einzelinformationen wählen. Die 90 Minütige Führung ist schon eher was für extrem interessierte - ich habe nach etwa 20 Minuten auf die Einzelinfos umgeschaltet. Im Nachhinein hätte ich glaube ich lieber ganz auf das Tablet verzichtet, da es zum rumtragen fast schon ein bisschen unförmig ist.

Die Ausstellung beschäftigt sich mit der österreichischen Literaturgeschichte von der Aufklärung bis zum Ersten Weltkrieg (obere Etage) und vom Ersten Weltkrieg bis heute (untere Etage). Das Ganze verläuft in 40 Stationen, an denen man sich mittels NFC Informationen auf sein Tablet laden kann. Dazu gehören Filme, Hörbeispiele, Bilder und Texte.

Die Ausstellung an sich ist in wunderschönen, alten Bücherregalen aufgebaut und ebenfalls multimedial. Neben Originaltexten findet man auch immer wieder Hörstationen oder sogar ein Kino. Besonders schön sind die integrierten gemütlichen Sitzecken, in denen man sich mit seinem Tablet auch mal hinsetzen und in Ruhe der Sache lauschen kann.

Besonders gefallen hat mir die Wand mit den Abrissgedichten. Hier wird man auch dazu angeregt, selbst Gedichte weiterzuschreiben und seine eigene Kreativität auszuleben.


Fazit
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Das Literaturmuseum ist ein schönes, multimediales Museum für echte Literaturfans. Modern ist natürlich wenig verwunderlich, das Museum hat schließlich erst im April 2015 eröffnet.

Hier findet man alle wichtigen Themen der Österreichischen Literatur - vom Besuch Grillparzers beim ältlichen Goethe bis hin zu der Arena Literatur der 80er Jahre modern und ansprechend in heimeliger Bibliotheksatmosphäre aufgearbeitet.

Die Tablets haben mir persönlich nicht so gefallen. Es ist zwar nett, sich zusätzliche Infos herunterladen zu können, meiner Meinung nach aber ein bisschen zu viel und lenkt mehr von der Ausstellung an sich ab - außerdem ist es zu unförmig um es die ganze Zeit durch die Ausstellung zu schleppen. Aber vielleicht bin ich da etwas zu konservativ - ich mag ja auch immernoch den Geruch echter Bücher.

Von mir gibt es sehr gute 4 Sterne.

In diesem Sinne

Eure Anke